THEO denkt LOGISCH ! THEA auch !

Füße hoch und Augen auf!

Ich bin zwar Pfarrer geworden, aber an meine eigene Konfirmandenzeit kann ich mich kaum noch erinnern. Bis auf einen Gottesdienst, den damals ein schon über 80jähriger Vertretungspfarrer in unserer G...

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Auch Island ist im Finale!

Am Anfang, in den ersten Spielen der Vorrunde, konnte ich das Geräusch erst gar nicht deuten. Es klang wie eine Mischung aus Hagel und so etwas wie einem Peitschenhieb, zumindest zuhause vor dem Fern...

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Fröhliche Kirche!

Wir schreiben das Jahr 1483. Mitten in Europa liegt das kleine Städtchen Eisleben. In Eisleben wird am 10. November Martin Luther geboren. Etwa 6.000 Menschen leben zu jener Zeit hier.

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Kindermund tut Wahrheit kund...

Als Kirchengemeinde geben wir uns wirklich Mühe, neben Eltern auch die Kinder direkt anzusprechen. Also laden wir zu den Kindergottesdiensten noch wirklich mit einem echten Brief ein.

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Lebenssegen

Es ist wieder soweit: An den nächsten Sonntagen werden in den evangelischen Kirchen Konfirmationen gefeiert. Seit 1539 gibt es sie; die Konfirmation wurde vom Reformator Martin Bucer „erfunden“.

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Tageslosung

Gott schuf sie als Mann und Frau und segnete sie und gab ihnen den Namen »Mensch«.
Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor.

»Wunder gibt es immer wieder, heute oder morgen können sie gescheh'n. Wunder gibt es immer wieder. Wenn sie dir begegnen musst du sie auch sehn.«

Mit diesem Lied hat Katja Ebstein 1970 beim Grand Prix d'Eurovision de la Chanson (wie der Eurovision Song Contest damals hieß), den dritten Platz belegt. Und ich finde es immer wieder erstaunlich, wie sich so manchem deutschen Schlager ein theologischer Sinn unterlegen lässt. So auch hier.

Sie ahnen vielleicht schon, worauf ich hinaus will: Zwei zentrale Aussagen macht dieses Lied: Erstens: „Wunder gibt es ständig, jederzeit können sie passieren." Zweitens: „Wer sie nicht wahrnimmt, hat nichts davon." Es ist eine Frage der Perspektive, mit der wir an ein Geschehnis herangehen, nicht das Ereignis selbst und an sich.


Wer mich darauf gebracht hat, war ausgerechnet mein Zahnarzt, als er mir einen Weisheitszahn zog. Der war an der Oberfläche schon sehr zerbröselt. Nicht etwa, dass mein Zahnarzt dabei das Lied von Katja Ebstein sang. Das hätte mich eher sehr bedenklich gestimmt.
Nein, als er fertig war – und er brauchte nur zwei Minuten, um den Zahn an einem Stück heraus zu bekommen – da sagte er: „Da hatte wohl der liebe Gott seine Finger mit im Spiel." Darauf wäre ich in der Situation nicht gekommen. Aber mein Zahnarzt erklärte mir, wegen des Röntgenbilds sei er davon ausgegangen, dass der Zahn während der Operation in mehrere Teile zerbräche. Er hatte sich schon innerlich damit abgefunden, dass er ihn weiter zerlegen und stückweise herausarbeiten müsste. Was er mir vorher freundlicherweise nicht gesagt hatte.
Ich war nur erleichtert und wollte das Können meines Zahnarztes loben. Er hingegen schrieb den Erfolg einem kleinen Wunder zu. – So können Theologen von Ärzten das Staunen lernen.


Wie schon Katja Ebstein sang: Es ist eine Frage der Perspektive, ob wir die Wunder auch sehen. Achten wir doch vermehrt darauf – und wenn wir die vielen kleinen und großen Wunder im Alltag bemerken, so können wir uns darüber freuen: Es gibt da einen, der mehr kann als wir und der möglicherweise ab und zu unsere Hände und Schritte lenkt.

Hans-Joachim Roth